So haben zum Beispiel zahlreiche wissenschaftliche Studien ergeben, dass sich Gewichtstraining und plyometrische Übungen (Sprungkraft) in ihrer Wirkung potenzieren, wenn sie innerhalb ein und desselben Workouts durchgeführt werden. Immer mehr Studien beschäftigen sich nun mit der Frage, ob das Vibrationstraining eine ähnliche Wirkung haben kann. Ein Team aus Neuseeland untersuchte die Auswirkungen des Ganzkörper-Vibrationstrainings auf Elite-Hockeyspielerinnen.(6) Sie trainierten mit einer ’Galileo’ Vibrationsmaschine bei 26 Hz und mit 6mm Amplitude. Die Teilnehmerinnen wurden in 3 Gruppen eingeteilt:
- Eine Gruppe mit Vibrationstraining
- Eine Radsportgruppe
- Eine Kontrollgruppe. Diese absolvierte die gleichen sechs Übungen wie die Gruppe mit Vibrationstraining, allerdings war Vibrationsfunktion beim Galileo-Gerät deaktiviert.
Bei allen 3 Gruppen dauerten die 3 Trainingseinheiten jeweils 5 Minuten. Vor und nach dieser Trainingseinheit wurden Vertikalsprungleistung, Flexibilität (Sit-and-Reach Test) und isometrische Greifkraft (per Dynameter) gemessen. Die 6 Übungen der Vibrationsgruppe und Kontrollgruppe sahen folgendermaßen aus: Aufrechtes Stehen mit halbgeschlossenen Knien, Kniebeuge (mit einem Kniewinkel von 120°) und Ausfallschritte mit dem Führungsbein auf der Vibrationsplatte. Die Übungen dauerten 60 Sekunden und die Ausfallschritte 30 Sekunden je Bein. Es zeigte sich, dass das Vibrationstraining unmittelbare Auswirkungen auf die Vertikalsprungleistung hatte und hier eine Steigerung um 8,1 % bewirkte, gleichzeitig verbesserte sich die Flexibilität um 8,2%. Das Forschungsteam führte die Steigerung der Vertikalsprungleistung auf eine erhöhte neuromuskuläre Stimulation und die Rekrutierung der FT-Muskelfasern zurück und die größere Flexibilität auf die inhibitorische Wirkung in den Muskeln des unteren Rückenbereichs und der Hüften (welche die Beweglichkeit einschränken), die vom tonischen Dehnungsreflex außer Kraft gesetzt wurden. Die Greifstärke konnte hingegen nicht verbessert werden. Ursache hierfür war nach Ansicht der Verantwortlichen dieser Studie, dass die Vibrationstrainingsgruppe nicht genug entsprechende Übungen machte und somit auch keine Potenzierung eintreten konnte.
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